2026
17. Wiener Nuklearsymposium 2026
Auswirkungen von Niedrigdosis-
Strahlung auf Mensch und Umwelt
Im Jahr 2025 erhielt die Debatte um die „Linear No-Threshold Hypothesis” (LNT) neue Aufmerksamkeit, als der Präsident der Vereinigten Staaten eine Durchführungsverordnung erließ, um das LNT-Modell aufzuheben und einen Dosisgrenzwert festzulegen. Die LNT-Hypothese geht davon aus, dass jede Strahlendosis – unabhängig von ihrer Höhe – ein proportionales Risiko für gesundheitliche Auswirkungen mit sich bringt. Strahlenschutzmaßnahmen orientieren sich daher bislang an diesem Modell.
Es ist allgemein anerkannt, dass ionisierende Strahlung schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt haben kann. Um eine sichere Verwendung radioaktiver Stoffe in Medizin, Wissenschaft, Industrie und bei der Stromerzeugung zu ermöglichen, versuchen Forscher im Bereich Strahlenschutz seit Langem, eine Dosisgrenze zu ermitteln, unterhalb derer gesundheitliche Auswirkungen als vernachlässigbar gelten können. Ein Konsens über die Existenz einer solchen Grenze wurde jedoch bisher nicht erzielt.
Kritiker der LNT-Hypothese argumentieren, dass die Unsicherheit hinsichtlich potenzieller gesundheitlicher Auswirkungen bei niedrigen Dosen erheblich sei und epidemiologische Studien keine schlüssigen Beweise für eine Schädlichkeit bei diesen Werten geliefert hätten. Sie behaupten, dass die Forderung, die Strahlenexposition auf ein „so niedriges Niveau wie vernünftigerweise erreichbar“ (ALARA) zu reduzieren, Kosten verursacht, die durch die Beweislage nicht gerechtfertigt sind.
Das diesjährige Symposium wird alle Aspekte dieser anhaltenden Debatte beleuchten. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zu den gesundheitlichen Auswirkungen niedriger Strahlendosen? Wie sieht die derzeitige Praxis im Strahlenschutz aus? Welche Auswirkungen hätte die Festlegung eines Dosisgrenzwerts? Wie würde das Präsidialdekret umgesetzt werden, wenn überhaupt? Und schließlich: Wäre die Einführung eines Grenzwerts mit dem europäischen Vorsorgeprinzip vereinbar?
Die Wiener Umweltanwaltschaft und das Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften laden Sie ein, an der Diskussion über diese und andere drängende Fragen beim 17. Wiener Nuklearsymposium teilzunehmen, das am 18. September 2026 stattfindet.
Hinweis: Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Thematik werden die Vorträge auf Englisch gehalten.
Datum: 18.09.2025
Ort: Ilse Wallentin-Haus SR 29, BOKU University, Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien
(Anfahrt mit 10A, 37A oder 40A Station Dänenstraße)
Webinar-Link:
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